Ein Tag, den ich in Andacht eröffnete, verlief anders als „geplant“. Es schien, als ob er einen Spiegel für vergangene und zukünftige Schritte aufzeigen sollte:
Es begann mit einer Wegsperrung. In meinem wieder jugendlichen Mut ging ich in die Vor-Berge des Karwendelgebirges somit querfeldein. Schon in der Hoffnung alsbald einen Wanderweg zu finden und in Gemütlichkeit weiter zu wandern.
Doch so viel Höhenmeter ich auch erklomm, es wollte sich weder ein Weg noch die Erreichung einer Bergspitze zeigen. Da eine frühzeitige Umkehr für einen „Gehörnten“ nicht in Frage kam, verließ ich – wenn auch zunächst ungewollt – komplett meine Komfortzone, physisch wie psychisch, zuletzt auf allen Vieren robbend, weil mich die Kraft in den Beinen zeitweise verließ.
Als ich auf der Sonnenseite des Berghanges den Schnee, nicht aber den uneinsehbaren Gipfel erreichte, setzte die Vernunft ein. Stopp. Ein gewölbter Stein bot mir Platz. Stille. Traumsicht. Meditation.
Dann lauschte ich beim Rückweg, hin und wieder verlaufend – nur die südliche Schlucht bot Orientierung – einer Stimme aus der geistigen Welt. Die Seele strahlte.
Unten angekommen, umgezogen, auf meine Clooney-Harley geschwungen und zurückgleitend gen Zwischenheimat Bad Tölz, bei phantastisch schwungvoller Musik, die sich ohne Playlist wie von Zauberhand selbst einstellte, sang‘ ich voller Freude, berauscht mit einer Dopaminbombe und dem Freiheitsfeuer eines Abenteurers teils lautstark in den Fahrtwind unablässig hinein.
Mein Fazit: Das wirkliche Verlassen der Komfortzone, bis sich die Sinne wieder einstellen und die UR-Natur erfahrbar wird, lässt eine innere Fröhlichkeit und Leichtigkeit erwachen! Die eines Kindes gleicht.
